Der Junge wird in einer stillgelegten Fabrik

gefunden, sein Name ist nicht bekannt. Er trägt

eine Weste mit Revers aus dem Jahr 1925. Die

Polizei schreibt es einem Flüchtling zu, doch

die Kleidung ist zu neu, die Schuhe zu

sorgfältig gepflegt.

Ein Mann im Mantel beobachtet ihn aus der Ferne.

Er hat einen Briefumschlag mit roter Tinte. Der

Junge sieht ihn, rennt, stolpert über eine Kante.

Die Verletzung blutet nicht.

Die Straßen leeren sich, als ein Geruch nach

Kohle und verbranntem Papier steigt. Die

Menschen flüstern von einem Geist, der in der

Nacht umgeht. Die Polizei schließt den Teil der

Stadt ab, aber niemand weiß, warum.

Der Junge geht in eine Kirche. Ein Priester

steht vor dem Altar, seine Hände zittern. Der

Junge fragt: „Warum bist du hier?“ Der Priester

antwortet nicht. Stattdessen schreit er, als

eine Tür hinter ihm aufspringt.

Ein Bild fällt um. Es zeigt eine Schlange, die

einen Mann beißt. Der Junge berührt es. Die Luft

zittert. Die Fenster zerspringen. Die Kirche

wird dunkel.

Der Mann im Mantel tritt ein. Er hält einen

Zettel in der Hand, auf dem steht: „Nicht

vergessen.“ Der Junge rennt wieder. Der Mann

folgt. Sie laufen durch eine Straße, die

plötzlich nicht mehr existiert.

Ein Auto fährt vorbei. Die Scheiben sind voller

Blut. Der Junge springt in den Rinnstein. Der

Mann bleibt stehen. Er schreit: „Du bist das

letzte Kind!“

Die Welt ändert sich. Die Gebäude verschmelzen,

die Farben verblassen. Die Luft riecht nach

Eisen und Salz. Der Junge sieht sich selbst in

einem Spiegel, aber er ist älter. Sein Gesicht

ist leer.

Der Mann im Mantel legt eine Hand auf seine

Schulter. „Es ist vorbei.“ Der Junge nickt. Die

Erinnerung kehrt zurück: ein Feuer, eine Familie,

eine Tür, die zufiel.

Die Stadt stirbt. Die Menschen verschwinden. Der

Junge bleibt allein. Er sitzt auf den Trümmern

und wartet. Die Zeit ist still. Die Welt hat

sich verändert. Er ist der letzte, der den Geist

sah.