Der Regen prallt gegen die Fensterscheibe des

alten Hauses in Dresden, als Elisabeth die Akten

auf den Tisch legt. Ihre Hände zittern. Die

Papiere stammen aus dem Sicherheitsdienst der

DDR, ein Name ist ihr eigen: Elisabeth Ritter.

Sie war nie eine Spionin, doch nun wird sie zur

Schlüsselgestalt eines Krimis, den niemand

erwartet hat.

Ihr Sohn, Thomas, verschwand vor drei Jahren.

Seine letzte Adresse führte zu einem abgelegenen

Labor in Leipzig, wo die Wissenschaftler des

Nachkriegsstaates Geheimforschung betrieben.

Elisabeth begibt sich dorthin – nicht als Mutter,

sondern als Ersatz für die toten Agenten, die

das Projekt schützen sollten. Die Tür öffnet

sich nicht mit ihrem Namen, sondern mit einer

Ziffernkombination, die sie im Traum gesehen

hatte.

Im Inneren des Labors entdeckt sie nicht nur

Thomas, sondern auch einen Mann, der ihr Gesicht

trägt – ein Doppelgänger, der in ihrer

Vergangenheit lebt. Er erklärt ihr, dass sie nie

die richtige Mutter war. Ein experimenteller

Prozess, geplant während der

Wirtschaftswunderzeit, hatte sie verändert, um

sie zu einer perfekten Informantin zu machen.

Doch sie war nie bereit, zu töten.

Ein Hard Rule schlägt zu: Niemand darf die

Wahrheit über die Versuche des Staates bekannt

geben. Wer es versucht, verschwindet. Elisabeth

muss sich entscheiden: Entweder sie bleibt die

leidende Mutter, die nichts weiß, oder sie wird

zur Mörderin, die alles zerstört.

In der Nacht, als die Wachen schlafen, dringt

sie in die Archivräume ein. Dort findet sie die

Aufzeichnungen ihres „Lebens“ – eine Serie von

Infiltrationen, die sie nie selbst gewählt hat.

Ein zweiter Hard Rule: Jede Person, die den Raum

verlässt, muss sterben. Der Doppelgänger

erscheint, sein Gesicht verzerrt. Er will sie

töten, doch sie zieht den Revolver, den sie seit

Jahren nicht mehr berührt hat.

Die Kugel trifft ihn. Nicht in den Kopf, sondern

in die Hand, die den Auslöser des Sprengschilds

hält. Das Labor explodiert. Elisabeth rennt,

während der Staat seine Fehler verbirgt. Sie

kehrt nach Dresden zurück, doch diesmal trägt

sie keine Akten – nur eine Leiche in der Tasche.

Sie ist keine Mutter mehr. Sie ist das Ergebnis

eines Experiments, das niemals enden sollte.