Die Klinik in der Vorstadt ist still. Ein

einziger Patient bleibt nach Dienstschluss: ein

Mann mit blutverschmiertem Mantel, den sie nicht

kennt. Sie schneidet ihn auf, findet keine Wunde,

nur einen Schlüssel in der Brusttasche. Er

stirbt, bevor sie fragen kann. Der Schlüssel

passt zu einem Schließfach im Bahnhofsviertel.

Darin liegt ein Tagebuch, vollgeschrieben mit

Namen, Zahlen, und einer Liste von Adressen.

Am nächsten Tag wird ihr Praktikant entführt.

Sie folgt dem Hinweis in dem Tagebuch, landet in

einer Kellerbar, wo ein charismatischer Schurke

einen Drink serviert. Er nennt sich "Der

Vater",

spricht von einer Verschwörung, die das

Wirtschaftswunder zerschlagen will. Sie weigert

sich, ihm zu glauben. Er lächelt, zieht eine

Pistole, und schießt sich selbst in die Hand.

Sie fängt ihn, als er umfällt. Er flüstert: "Sie

sind nicht sicher." Dann stirbt er.

Sie begibt sich in das vierte Haus auf der Liste.

Eine Villa mit roten Fenstern. Die Tür öffnet

sich, als sie den Schlüssel dreht. Im Wohnzimmer

sitzt eine Frau, die ihr Alter hat, aber anders

aussieht. Sie trägt einen Anzug, spricht mit

kalter Stimme. "Sie haben den falschen Mann

getötet", sagt sie. "Er war ein Spion.

Sie sind

jetzt Teil des Spiels."

Ein Regal fährt zur Seite, enthüllt einen Raum

mit Bildschirmen, Dokumenten, und einem Computer.

Die Frau zeigt ihr die Daten: Unternehmen, die

durch Betrug den Wiederaufbau finanzierten,

Politiker, die für Geld schweigen. "Sie müssen

entscheiden", sagt sie. "Sagen Sie es weiter,

oder helfen Sie mir, die Rechnung zu begleichen.

"

Sie schaut auf den Bildschirm. Ein Name blinkt:

ihr eigener Vater. Sie hat ihn nie kennengelernt.

Der Computer druckt ein Formular aus. Sie

unterschreibt. Der Raum schließt sich. Die Frau

sagt: "Das ist nur der Anfang." Sie geht, und

die Tür fällt hinter ihr zu.

Die Stadt bleibt still. Doch in den Nachrichten

wird über eine unerwartete Finanzprüfung

berichtet. Keiner weiß, wer dahinter steckt. Die

Ärztin sitzt im Café, trinkt Kaffee, und denkt

an den Schlüssel in ihrer Tasche. Sie hat ihn

nicht mehr gebraucht.