Die Akten im Archiv der Justizbehörde sind

veraltet, doch ein Name taucht immer wieder auf:

Elsa von Ritter. Sie war Anwältin, dann

Redakteurin, dann verschwunden. Die Polizei

schreibt es dem Krieg zu. Die Ermittlerin Else

Lenz schaut genauer.

Ein Brief aus dem Jahr 1923 wird gefunden,

unterschrieben von einem Offizier, der nach der

Niederlage in den Osten flüchtete. Er erwähnt

eine geheime Versammlung, die sich in einer

Villa außerhalb Berlins traf. Die Adresse ist

verfallen, aber die Umgebung noch bekannt.

Else folgt dem Hinweis. Die Villa steht leer,

doch die Tür ist nicht abgeschlossen. Im Keller

findet sie einen Raum mit einem Tisch, darunter

eine Kiste voller Unterlagen. Sie nimmt einen

Stapel, als die Tür hinter ihr zufällt. Ein Mann

tritt ein. Er spricht kein Wort, nur ein Signal.

Sie rennt. Der Mann verfolgt sie durch die

Gassen, bis sie in eine Seitenstraße gerät. Er

hält sie an, zeigt ein Foto: Elsa von Ritter,

tot, in einer Straßengasse. Das Bild ist frisch.

Sie fragt, wer er ist. Er antwortet nicht.

Stattdessen wirft er ihr eine kleine Schachtel

zu. Darin ein Schlüssel und ein Zettel: Nicht

alle Toten sind tot.

Else öffnet die Schachtel in ihrer Wohnung.

Darin ein weiterer Brief, diesmal von Elsa

selbst. Sie schreibt von einer Gruppe, die nach

dem Krieg neu begann, aber nie vergaß. Sie

spricht von einem Plan, der die Republik

destabilisieren sollte – durch Manipulation,

nicht Gewalt.

Der Schlüssel passt zu einer kleinen Bank in der

Innenstadt. Dort findet Else eine Mappe mit

Namen, Daten, Beziehungen. Sie sieht sich um,

als jemand sie anspricht. Eine Frau, die sie

kennt, oder zumindest so tut. Sie nennt sich

Marie, fragt nach Elsa. Else weigert sich zu

sprechen. Marie lächelt.

Die Bank schließt. Else verlässt das Gebäude,

doch die Frau folgt ihr. Sie redet nicht, nur

ein Zeichen. Else sieht sich um, entdeckt einen

Mann, der sie beobachtet. Er winkt. Sie geht zu

ihm. Er sagt: Du bist nicht sicher. Dann wirft

er ihr etwas zu. Ein zweiter Schlüssel.

Der zweite Schlüssel passt zu einem Schrank in

einem alten Hotel. Darin ein Tagebuch, gefüllt

mit Notizen über Versuche, die Regierung zu

beeinflussen. Es endet mit einem Datum: 1925.

Der letzte Eintrag: Wir haben uns verloren.

Else bleibt stehen. Sie hat keine Zeit mehr. Die

Männer im Hotel wissen, was sie getan hat. Sie

flieht, doch der Weg nach draußen ist blockiert.

Die Tür öffnet sich. Marie steht dort. Sie nickt.

Else folgt ihr.

Im Dunkel des Flurs hört sie Stimmen. Eine

Stimme sagt: Du hast gesehen, was du nicht sehen

solltest. Else dreht sich um. Marie grinst. Du

bist jetzt Teil der Geschichte.

Sie wird weggebracht. Die Stadt bleibt still.

Niemand spricht darüber. Doch in den Akten der

Behörde wird ein neuer Eintrag angelegt: Fall

Elsa – abgeschlossen.