Der Detektiv trägt einen Mantel aus schwarzem
Tuch und ein Gesicht, das nicht lacht. Er sitzt
im Hof eines alten Mietshauses, wo ein Mädchen
gestorben ist. Sie war eine der Letzten, die
noch ohne Maske durch die Straßen gingen. Die
Polizei sagt, sie sei untergegangen, aber ihre
Familie hat nie eine offizielle Trauermeldung
geschrieben. Der Detektiv sieht den Zettel, den
sie hinterlassen hat: ein Name, ein Datum, ein
Ort. Er fragt sich, ob es eine Liste von Opfern
ist oder eine Warnung.
Die Stadt hat sich verändert. Nach dem Krieg
wurde die Währung neu geprägt, aber die Menschen
haben nicht vergessen, wie man mit Dollars
rechnet. Es gibt neue Regeln: Man darf nicht in
den Höhlen der Banken reden, wenn man nicht weiß,
was man sagt. Der Detektiv geht zu einem Mann,
der früher ein Schriftsteller war, jetzt aber
einen Laden für SecondhandBücher führt. Der Mann
zeigt ihm einen Brief, den er vor Jahren selbst
geschrieben hat. Er hat ihn nie abgeschickt. Der
Detektiv fragt, warum. Der Mann antwortet nicht.
Stattdessen wirft er den Brief in den Ofen.
Am nächsten Tag wird der Detektiv von einem Mann
beobachtet, der auf dem Dach eines Hauses steht.
Er trägt einen Hut, den niemand mehr trägt. Der
Detektiv folgt ihm, aber der Mann verschwindet.
In der Nacht taucht ein weiteres Foto auf – das
Bild einer Frau, die er nie gesehen hat, aber
deren Namen er kennt. Sie hieß Clara, und sie
ist tot. Doch ihr Grab ist leer. Die Familie hat
es nie besucht.
Der Detektiv begibt sich in die Bibliothek, wo
er eine Liste von Verstorbenen findet. Jeder
Name ist mit einem Datum verknüpft, das nach dem
Krieg liegt. Einige sind nicht einmal auf der
offiziellen Liste. Er fragt sich, ob es eine
Liste der Unschuldigen ist oder derjenigen, die
überlebt haben. Er liest weiter und entdeckt,
dass einige Namen mit einem Kreuz markiert sind.
Er fragt sich, was das bedeutet. Eine Sekretärin
sagt ihm, dass die Liste nicht offiziell ist.
Sie kann nichts sagen. Sie flüchtet.
Er geht in den Keller des Gebäudes, wo die
Bücher nicht mehr verkauft werden. Dort findet
er einen Raum, in dem jemand versucht hat, die
Vergangenheit zu verbrennen. Er sieht Asche,
aber auch einen Schlüssel, den niemand mehr
benutzt. Er nimmt ihn. Als er zurückkommt, ist
das Büro leer. Die Tür ist verschlossen. Er
öffnet sie mit dem Schlüssel. Darin liegt ein
Tagebuch. Es ist voller Notizen, die er nicht
versteht. Doch eines steht klar: Es gibt keine
Entschuldigung für das, was geschehen ist.
Der Detektiv sitzt am Fluss und denkt an Clara.
Er fragt sich, ob sie gewusst hat, was kommen
würde. Er fragt sich, ob sie jemals vergeben
konnte. Er fragt sich, ob er es jemals tun wird.
Er schreibt einen Brief, den er niemals
abschicken wird. Er schreibt, dass die Schuld
nicht in der Vergangenheit liegt, sondern in der
Art, wie man sie trägt. Er legt den Brief in den
Fluss und sieht zu, wie er davongetragen wird.


