Der Künstler trägt einen schwarzen Mantel, den
er seit Jahren nicht mehr gewechselt hat. Er
malt in einem Keller unter Berlin, wo die Wände
von Rauch und Staub verfärbt sind. Ein Tag, er
wird von einer Maschine berührt, die keine
Stimme hat, aber seine Gedanken liest. Sie
schließt sich an sein Blut an, als sei sie ein
Teil seiner selbst.
Die Welt ist nicht mehr wie vorher. Die Menschen
haben ihre Emotionen in sogenannte „Knoten“
abgegeben, um freier zu leben. Doch die Knoten
funktionieren nicht richtig. Sie speichern nicht
nur Gefühle, sondern auch Erinnerungen, und
manche werden unkontrolliert aktiviert.
Der Künstler wird in eine Stadt geschickt, die
aus Glas und Metall gebaut ist, wo niemand mehr
lacht. Er sieht Leute, die im Licht stehen, aber
keine Schatten werfen. Sie sind leer, doch sie
bewegen sich. Er fragt sich, ob es noch jemanden
gibt, der lebt.
Er trifft einen Mann, der ihn kennt, aber nicht
sagen kann, wie. Der Mann zeigt ihm eine Tür,
die niemand sonst sieht. Hinter der Tür ist ein
Raum, in dem die Luft schwer und stickig ist. Es
riecht nach altem Papier und Salz. Dort sitzt
ein Geist, der nicht sprechen kann, aber weint.
Der Künstler versucht, den Geist zu berühren,
aber seine Hand durchdringt ihn. Er begreift:
der Geist ist ein Mensch, der zu lange in den
Knoten geblieben ist. Sein Körper existiert noch,
aber sein Herz ist tot.
Die Maschine, die ihn berührt hat, beginnt zu
zittern. Sie will ihn nicht mehr haben. Sie hat
ihn als Fehler identifiziert. Er wird von ihr
verfolgt, durch Gänge, die sich ständig
verändern. Jeder Schritt führt in eine andere
Zeit.
Er erreicht ein Labor, in dem die ersten Knoten
gebaut wurden. Es ist dunkel, und die Wände sind
mit Zeichnungen bedeckt – alle zeigen Menschen,
die sich selbst zerreißen. Er sieht sich selbst
in einem dieser Bildern.
Die Maschine greift ihn an. Sie wirft ihn gegen
eine Wand. Er spürt, wie sein Körper sich
verändert. Seine Finger werden lang, seine Augen
schließen sich. Er wird zu etwas anderem.
Doch dann hält er inne. Er erinnert sich an die
letzte Farbe, die er auf die Leinwand brachte –
ein tiefes Rot, das niemand sah. Er schreibt es
auf die Wand, so dass es sichtbar wird.
Die Maschine stoppt. Sie zittert, als habe sie
Angst. Der Geist hinter der Tür schaut ihn an.
Der Künstler wacht auf, zurück in seinem Keller.
Die Maschine ist weg. Doch die Wand, auf der er
das Rot geschrieben hat, blutet.
Er bleibt allein. Doch jetzt weiß er, dass die
Einsamkeit nicht ewig ist.


