Die Stadt Berlin ist ein Skelett aus Stahl und

Asche, aufgebaut aus den Überresten des Zweiten

Weltkriegs und einem Technologiefortschritt, der

niemals stattgefunden hat. Die Regierung der

Vereinigten Republik existiert nur noch als

Schatten, während die Macht von privaten

Konzernen und ehemaligen NSOffizieren über die

Bürger gebrochen wird. Ein Waisenkind namens Leo,

17 Jahre alt, lebt im unterirdischen Viertel der

„Schwarzen Acht“, wo die Armut das letzte Gesetz

ist. Seine einzige Erinnerung an die

Vergangenheit ist ein Bild seiner Mutter, das er

in einem Brandschatz fand – eine junge Frau mit

einem Schuh aus rotem Leder, einem Symbol für

die verbotene Liebe zu einem Kommunisten.

Die Regierung verordnet eine neue Form der

Arbeit: Jeder muss einen „KlassenPass“ besitzen,

der seine Zugehörigkeit zur Oberschicht oder

Unterschicht bestätigt. Ohne diesen Pass darf

man nicht essen, nicht trinken, nicht schlafen.

Leo trägt keinen. Er arbeitet in der Fabrik der

„Neuen Ordnung“, wo er Metall zerschneidet, das

nie nach oben gelangt. Doch eines Tages findet

er in einem Abfallcontainer einen verbrannten

KlassenPass – sein Name steht darauf. Er war nie

ein Waisenkind. Sein Vater war ein Kommunist,

verhaftet und verschwunden.

Leo beginnt, in den Archiven der Fabrik zu

stöbern. Dort entdeckt er Akten, die den

„Vertrag von 1948“ nennen: Eine Vereinbarung

zwischen dem ehemaligen SSGeneral Reinhardt und

dem führenden Kommunisten der Zeit, Ulrich

Kramer. Der Vertrag besagt, dass alle Kinder der

„verbotenen Liebe“ zwischen NSAnhängern und

Kommunisten als Waisenkindern deklariert werden,

um sie von der Gesellschaft zu isolieren. Leo

ist einer dieser Kinder.

Ein weiterer Regelbruch: In der Fabrik gibt es

einen „WiedergutmachungsTisch“, an dem die

Arbeiter ihre Schuld an der Vergangenheit

abtragen können – durch Arbeit, Schweigen oder

Tod. Leo wird zum WiedergutmachungsTisch

geschleppt, doch stattdessen flieht er in die

Unterstadt, wo er auf eine Gruppe

Widerstandskämpfer trifft, die den Vertrag

brechen wollen. Ihre Anführerin, eine ehemalige

Lehrerin namens Clara, erkennt ihn sofort. Sie

sagt: „Du bist nicht mehr ein Waisenkind. Du

bist ein Zeuge.“

Die Stadt bricht zusammen. Die Regierung schickt

Truppen, um die Unterstadt zu räumen. Leo kämpft

an Claras Seite, bis sie beide in einem Feuer

untergehen. Doch bevor sie stirbt, legt Clara

ihm einen kleinen Schlüssel in die Hand – der

Schlüssel zu einem Safe, der die Originalakte

des Vertrags enthält.

Der letzte Beat: Leo rennt durch die Flammen,

den Schlüssel in der Tasche. Die Welt ist nicht

gerecht, aber die Wahrheit ist jetzt frei.